Der Ansatz: Schule für alle
Zunächst ist es wichtig, dass die betreffenden Schülerinnen und Schüler erkannt werden. Im nächsten Schritt müssen die Maßnahmen der Förderung ausgewählt und in Gang gesetzt werden. Zu den Maßnahmen der Akzeleration (Beschleunigung der Schullaufbahn) gehören das individuelle Überspringen von Klassen, das „Gruppenspringen“ (derzeit von 10.2 nach 11.2) oder auch der Besuch des Fachunterrichts höherer Jahrgänge. Möglichkeiten des Enrichments (der Bereicherung des Unterrichts), zeigt folgende Grafik in Auszügen:
Darüber hinaus bestehen auch Mischformen aus Akzeleration und Enrichment wie eine verstärkte Projektarbeit oder Renzullis Drehtürmodell. Kerngedanke des Drehtürmodells ist es, dass besonders begabte Schülerinnen und Schüler für eine bestimmte Zeit den Unterricht verlassen und in dieser Zeit zum Beispiel an eigenen Projekten arbeiten oder anderen Unterricht besuchen. Der versäumte Unterricht wird eigenverantwortlich mit Unterstützung nachgearbeitet, erzielte Resultate werden der (Schul-)Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Schüler werden während der Teilnahme am Projekt betreut.
Inzwischen wurde "andersdenken. Das Netzwerk zur Förderung besonderer Begabungen" gegründet. Die Website ist hier zu erreichen.
Kinder fallen auf
- weil sie ausgesprochen wissbegierig sind,
- weil sie sehr schnell und logisch denken können, wobei sie ihr ausgezeichnetes Gedächtnis effektiv nutzen und nach oft ungewöhnlichen Lösungen suchen,
- weil sie zumeist hoch motiviert und ebenso leistungsbereit sind,
- weil sie sich durch Unterforderung in der Schule (manchmal) langweilen oder auch „stören“,
- weil sie in bestimmten Fällen auch zu Underachievern (Minderleistern bei hoher Intelligenz) werden,
- weil sie besondere Fähigkeiten auf sozialem, musisch-künstlerischem oder sportlichem Gebiet zeigen.
Ziele des Projektes
Wir möchten besonders drei Gruppen besonders begabter Kinder fördern: Hochleister und Underachiever als auch Kinder aus Familien, in denen Deutsch nicht als Muttersprache gesprochen wird.
Begabungsbegriff
Der für das Projekt B-230 verwendete Begabungsbegriff orientiert sich sehr stark an der Theorie der multiplen Intelligenzen von H. Gardner und am differenzierten Begabungsmodell von F. Gagné, das in der Übersicht in vereinfachter Form dargestellt ist. Gagné versteht unter Begabung den Besitz und die Verwendung untrainierter und spontan ausgedrückter höherer natürlicher Fähigkeiten in mindestens einem Fähigkeitsgebiet. Als Talent bezeichnet der Wissenschaftler die höchste Beherrschung systematisch entwickelter Fähigkeiten und systematisch entwickelten Wissens in mindestens einem Gebiet menschlicher Aktivität. Gagné zählt 10 Prozent eines Jahrgangs zu den besonders begabten bzw. talentierten Menschen.
Dem Lernen misst dieses Modell eine riesige Bedeutung bei. Denn nur durch das Lernen unter bestimmten Bedingungen werden aus Begabungen Talente. Daraus ergeben sich die Möglichkeiten und Grenzen schulischer Förderung. Das Modell verengt den Begriff der Hochbegabung nicht auf besondere intellektuelle Begabungen, sondern lässt besondere Begabungen in den verschiedensten Lern- und Entwicklungsbereichen zu. Dabei sind besondere Begabungen sicher eine begünstigende Bedingung für exzellente Lebensleistungen, aber sie garantieren diese nicht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung spricht von Hochbegabung dann, „wenn ein Kind in bestimmten Bereichen seiner geistigen, künstlerischen, motorischen oder sozialen Entwicklung den Gleichaltrigen deutlich überlegen ist.“ (2001)
Gardners Intelligenzen
Einer der führenden Intelligenzforscher der Welt, der Harvard-Professor Howard Gardner, beschreibt in seinen (zum Teil kontrovers diskutierten) Veröffentlichungen verschiedene Intelligenzen. Vererbung als auch Umwelteinflüsse nehmen Einfluss darauf, welche Intelligenzen in welchem Grad sich bei einem Individuum ausprägen. Daraus folgt, dass nur eine der neun Intelligenzen, mehrere oder auch alle Intelligenzen überdurchschnittlich ausgeprägt sein können. Andererseits gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit zwischen den überdurchschnittlich ausgeprägten Intelligenzen mehr oder minder deutliche Abstufungen. Das bestätigen auch die Forschungen zur Diagnostik von Hochbegabung. Wissenschaftler prägten den Begriff der asynchronen Entwicklung. Eine asynchrone Entwicklung zeigt auch die Grafik, die die Ergebnisse eines Intelligenztests verdeutlicht. Alle Werte, die oberhalb der 10 Wertpunkte zu finden sind, liegen über dem Durchschnitt eines Jahrgangs. „Berge“ und „Täler“ der Kurve sind deutlich zu erkennen. Deshalb wird ein Durchschnittswert der Intelligenz (wie er im Intelligenzquotienten in Erscheinung tritt) einem Kind auch nur durchschnittlich gerecht. Howard Gardner nimmt deshalb in seinem gleichnamigen Buch auch den „Abschied vom IQ“.
Finden und Fördern
Zunächst ist es wichtig, dass die betreffenden Schülerinnen und Schüler erkannt werden. Im nächsten Schritt müssen die Maßnahmen der Förderung ausgewählt und in Gang gesetzt werden. Zu den Maßnahmen der Akzeleration (Beschleunigung der Schullaufbahn) gehören das individuelle Überspringen von Klassen, das „Gruppenspringen“ (derzeit von 10.2 nach 11.2) oder auch der Besuch des Fachunterrichts höherer Jahrgänge. Möglichkeiten des Enrichments (der Bereicherung des Unterrichts), zeigt folgende Grafik in Auszügen:
Darüber hinaus bestehen auch Mischformen aus Akzeleration und Enrichment wie eine verstärkte Projektarbeit oder Renzullis Drehtürmodell. Kerngedanke des Drehtürmodells ist es, dass besonders begabte Schülerinnen und Schüler für eine bestimmte Zeit den Unterricht verlassen und in dieser Zeit zum Beispiel an eigenen Projekten arbeiten oder anderen Unterricht besuchen. Der versäumte Unterricht wird eigenverantwortlich mit Unterstützung nachgearbeitet, erzielte Resultate werden der (Schul-)Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Schüler werden während der Teilnahme am Projekt betreut.
Elternmitarbeit
Ganz besonders wichtig ist die Betonung der Elternmitarbeit. Nur wenn Eltern und Schule das gleiche Ziel verfolgen, können die Maßnahmen des Programms dazu beitragen, dass sich auch besonders begabte Schülerinnen und Schüler an der Gesamtschule Kierspe wohl fühlen und voll entfalten können. Gerne können Sie mich ansprechen.
Netzwerk andersdenken
Inzwischen wurde andersdenken. Das Netzwerk zur Förderung besonderer Begabungen gegründet. Die Website ist hier zu erreichen.