An der Gesamtschule Kierspe wurde nach intensiver Erprobung ein besonderes Programm zum Umgang mit Störungen im Unterricht eingeführt. Es wird unter dem Namen "eigenverantwortliches Denken" in vielen Schulen erfolgreich angewendet.
Das erste Ziel des Programms besteht darin, die lernbereiten SchülerInnen zu schützen und ihnen entspannten, ungestörten und qualitativ guten Unterricht zu ermöglichen.
Zweitens sollen häufig störende SchülerInnen Hilfen erhalten, damit sie ihr Sozialverhalten verbessern und erfolgreicher mitarbeiten können. Stört ein Schüler den Unterricht, wird er respektvoll ermahnt und gefragt, ob er sich an die Regeln halten will oder ob er in den "Trainingsraum" gehen möchte. Lenkt der Schüler nicht ein, muss er in den "Trainingsraum".
Dieser "Trainingsraum", ist ein zentraler Bestandteil des Programms. Dort denken die Schülerinnen über die Störung nach und erarbeiten einen Plan, um ihr Unterrichtsverhalten zu verbessern. Auf diese Weise lernen sie. Regeln zu beachten und für Regelverletzungen auch die Verantwortung zu tragen. Gleichzeitig wird das Lernen in der Klasse verbessert. Es wird störungsfreier und entspannter.
Das Programm ist auf gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule angelegt.
Sollte beispielsweise ein Kind im Trainingsraum auch nach Hinweisen auf die Regeln weiterhin massiv stören, so dass auch ein Gespräch nicht mehr möglich ist, werden die Eltern durch den Schulleiter/ Abteilungsleiter telefonisch über das Verhalten des Kindes informiert. Das Kind wird, wenn es zu Hause betreut werden kann, nach Hause geschickt. Mit den Eltern wird ein gemeinsames Gespräch, nach Möglichkeit am nächsten Tag, vereinbart.
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