Medien-(EZB-Meinerzhagen):Internet

Artikel für Samstag, den 27.9.2008:

Susanne Bisterfeld, Erziehungsberatungsstelle Meinerzhagen

„Hi, alles kla-*g* – cu – gute n8 !“ Verstehen Sie das? Die neue Sprache im Chatroom! Übersetzt heißt das: Hallo, alles klar, Grinsen und see you, gute Nacht! Oder es tauchen merkwürdige Zeichenkombinationen auf, wie :-) oder :-( , die Darstellung von Smilys, die entweder Fröhlichkeit, Traurigkeit oder sonst was symbolisieren sollen. Welche Eltern fühlen sich da nicht mal abgehängt? Umso wichtiger ist es, dass man auch als Eltern Bescheid weiß.
Chatten und Surfen im Internet macht Spaß! Es fasziniert auch mich immer wieder, welche Möglichkeiten uns das Internet geschaffen hat, um an Informationen zu kommen und wie einfach es auf einmal geworden ist, mit Menschen am anderen Ende der Welt zu kommunizieren und gleichzeitig erschreckt es mich, welchen neuen Gefahren unsere Kinder dadurch heutzutage ausgesetzt sind. So ist es z.B. eine große Chance, dass man anonym bleiben kann, wenn man sich Informationen oder auch einen Rat holen will. Dies nutzen wir gerade in der Jugendonlineberatung besonders und wir merken deutlich, dass die Jugendlichen sich endlich trauen, ihre Probleme und Fragen an uns zu richten, alles im Schutz der Anonymität. Gleichzeitig bietet dieser Boden der Anonymität aber auch die Möglichkeit für Missbrauch. Wer sagt denn, dass die Angaben eines fremden Chatteilnehmers denn stimmen und sich da nicht jemand nur an gutgläubige Kinder und Jugendliche heranmachen will? Und die große Frage, die sich daraus für Eltern ergibt ist die, wie sie ihre Kinder davor schützen können. Neben den klaren Vereinbarungen über Surfzeiten, welche Websites erlaubt sind (für Kinder nur kindersichere Seiten erlauben) und dass Ihr Kind/ Jugendlicher nichts downloaded oder sich anmeldet, ohne dass mit Ihnen abgesprochen zu haben (was beides sehr teuer werden kann!) , sollten Kinder/Jugendliche dafür sensibilisiert werden, im Umgang mit persönlichen Daten sehr vorsichtig zu sein. So toll ein Chat auch ist, so sehr man sich verstanden fühlt und so interessant, wie die Kommunikation mit Fremden auch sein kann, so wichtig ist es auch, keine konkreten persönlichen Angaben, wie Name, Adresse, Telefonnummer und Alter zu machen. Sprechen Sie vertrauensvoll mit Ihren Kindern darüber, dass es Erwachsene gibt, die sich als Kinder/ Jugendliche ausgeben, um sich mit ihnen zu treffen oder um Fotos zu bekommen. Vereinbaren Sie, dass ihr Kind Sie immer sofort darauf aufmerksam macht, wenn ihm etwas merkwürdig erscheint, damit Sie entsprechende Maßnahmen ergreifen können. Warnen Sie Ihr Kind davor, sich niemals alleine mit so genannten Cyber-Freunden außerhalb des Internets zu treffen, wenn doch, dann bei Ihnen zu Hause, damit Sie sehen können, um wen es sich handelt. Ganz besonders beliebte Seiten für Jugendliche sind die, wo sie persönliche Steckbriefe ins Netz stellen können, wie z.B. das Schüler- oder StudyVZ, MySpace u.a. Auch hier gilt, je weniger persönliche Daten und auch Fotos, um so besser. Machen Sie sich gemeinsam klar, was einmal im Netz ist, kann noch nach Jahren – sogar wenn es gelöscht wurde- wieder gefunden werden.

Das machen sich z.B. auch potentielle Arbeitgeber zunutze, die bei Einstellungen einen möglichen Bewerber „googeln“, um zu erfahren, um was für einen Menschen es sich hier handelt. Wenn dann unangemessene Äußerungen, Fotos oder gar Filme gefunden werden, die vielleicht nur zum Scherz mal ins Netz gestellt wurden, kann das unangenehme Folgen haben, im Ernstfall bekommt man keinen Arbeitsplatz. Es ließe sich noch mehr zu möglichen Gefahren sagen, was jedoch den Rahmen eines solch kurzen Artikels sprengen würde. Diese Informationen können Sie wieder auf der von mir schon mehrfach genannten Seite schau-hin.info und den dort angegebenen Links erhalten.





Vielmehr möchte ich aber noch einmal zu den Chancen zurückkehren, die sich durch das „virtuelle Netz“ entwickelt haben, z.B. ist das Kontakthalten durch Mails unkomplizierter und schneller geworden, das Lernen ist erheblich erleichtert, sogar das Einkaufen und die Tatsache, dass ich mir schnell und unbürokratisch einen Rat einholen kann, habe ich persönlich sehr zu schätzen gelernt. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass wir gelernt haben, uns sicher und verantwortungsvoll auf diesem Parkett zu bewegen und uns vor Gefahren zu schützen. Um das auch bei unseren Kindern zu erreichen, gilt es, sie gut dabei zu begleiten. Zum Schluss möchte ich Sie an dieser Stelle noch auf unsere 2 Seiten aufmerksam machen : Die Familienberatungsstelle: www.awo-ha-mk.de und die Jugendonlineberatung : www.find-yourway.de! Susanne Bisterfeld